KVAK Kurs Longieren 2011

Rundherum, das ist nicht schwer … Ein Kurs über das Longieren mit Hunden
Kreisarbeit  befriedigt nicht nur den Bewegungsdrang des Hundes, sondern fördert auch seine Aufmerksamkeit und Konzentration gegenüber dem Menschen.

Am 21. Mai fand auf dem Platz des Kynologischen Vereins Aarau bei prächtigstem Wetter ein KVAK-Kurs zum Thema Longieren statt. 20 Interessierte liessen sich von der Hundetrainerin Patrizia De Carli, die in Klingnau die Hundeschule Tannenhof betreibt, und drei Co-Trainerinnen in die Kreisarbeit einführen. Nach einer Runde Theorie über Sinn und Zweck des Trainings und das Aufstellen der Kreise (mit Hilfe von Absperrbändern und Pföstchen werden Kreise von 6 – 10 m Durchmesser abgesteckt) folgten ein paar Trockenübungen „Mensch führt Mensch“.

Um einen Eindruck des «Endproduktes» zu vermitteln, gaben die Kursleiterinnen eine Vorführung mit ihren eigenen Hunden. Fortgeschrittene Hunde werden aus dem Zentrum des Kreises heraus mit Hilfe von Körpersignalen und Handzeichen geführt. Dabei können Tempo- und Richtungswechsel, Stellungsänderungen wie Steh, Sitz oder Platz und Hindernisse (Hochsprung, Tunnel) eingebaut werden. Weitere Variationen entstehen, wenn mehreren Kreisen nebeneinander kombiniert werden oder mehrere Teams gleichzeitig arbeiten. Es gibt keine Regeln, die eigene Kreativität sorgt für Abwechslung, das Ziel ist ausschliesslich die Freude an der gemeinsamen Beschäftigung.

Danach durften die Hunde aller Teilnehmenden nacheinander, jedes Team einzeln betreut von einer der Trainerinnen, in einem der vier Kreise in Aktion treten. Für einmal kamen an einem Kurs, über seine gesamte Dauer gesehen, auch die Vierbeiner voll auf ihre Rechnung und durften müde und zufrieden nach Hause, was auch von den Zweibeinern sehr positiv vermerkt wurde. 

Beim Longieren bewegt sich der Hund ausschliesslich ausserhalb des Kreises, sein Mensch innerhalb. Diese örtliche Trennung erhöht die Aufmerksamkeit des Hundes zu seinem Hundeführer. Die körperliche Distanz bringt mentale Nähe. Im wahrsten Sinne steigt die Konzentration auf den Menschen, aus Distanz erteilte Befehle werden besser umgesetzt. Die Kreisbewegung bringt den Vorteil, dass der Hund schneller als der Mensch und dennoch kontinuierlich laufen kann, ohne sich von ihm zu entfernen. Sein Bewegungsdrang kann so auf geringem Platz befriedigt werden. In jedem Fall soll das Tempo jedoch den Fähigkeiten des Hundes angepasst sein.

Anfängerhunde wurden an der langen Leine um den Kreis geführt, bis sie die neue Aufgabe verstanden hatten. Es war eindrücklich, wie schnell diese Teams Fortschritte machten. Nach ein paar Unsicherheiten beim Handling zu Beginn hatten es alle begriffen und es war erstaunlich, wie schnell die Hunde auf Körperführung positiv reagierten. Sobald die Konzentration auf den Menschen gegeben war, durfte losgeleint geübt werden.

Am Nachmittag, nach dem feinen Zmittag aus Hanspeters Küche, liess Patrizia in jedem der vier Kreise mehrere Hunde miteinander laufen. Es war echt frappant, wie sie sich gegenseitig ignorierten und nur Augen für ihre Frauchen hatten, um ja nicht ein Signal zu verpassen.

Die Feedbackrunde kurz vor dem abschliessenden Gedränge am Kuchenbuffet zeigte: Der Kurs hatte alle befriedigt, ja begeistert, keine einzige Kritik wurde angebracht. Schönes Wetter, gutes Kursprogramm und tadellose Organisation hatten wohl allesamt zur friedlichen Stimmung beigetragen.

Sonja Rohr